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Lacoste Store Berlin

Man ging von Bildern aus den 30er und 40er Jahren aus und überlegte sich, wie man ganz besonderen Lifestyle in eine Stimmung für ein modernes Publikum integriert! Und zwar nicht im nostalgischen, historischen oder im wörtlichen Sinne, sondern Ziel war es, aus diesem Lebensgefühl ein Bild entstehen zu lassen und ein Mittel zu finden, um dieses Gefühl zeitgemäß für 2002 auszudrücken!

Architekt Patrick Rubin legt vier Arbeitsmodelle von bereits existierenden Lacoste Stores auf den Tisch, schwenkt darüber eine runde, flexible Membrane und erklärt: "Wenn Sie die Membrane in ein quadratisches Modell legen, wird Sie zu einem Kreis. In einem rechteckigen Modell nimmt Sie eine ovale Form an und in einem L-förmigen Raum eine Schlange." Es ist ein flexibles und ebenmäßiges Konzept. Durch die geschwungene, organische Form dieses bewegten Konzepts werden die sonst störenden Elemente eines Stores wie Kasenbereich, Umkleiden, Aufzüge, Lagerbereiche und sogar Säulen sowie andere Hindernisse homogen integriert. So wird erreicht, dass der Verkaufsraum sich wie eine Bühne präsentiert, d.h. dass freistehende Display – Einheiten hervorstechen und der Kunde sich heimisch fühlt. Anstatt sich auf eine Farbe, ein sich wiederholendes Muster oder ein bestimmtes Einrichtungsmodell zu konzentrieren, soll durch dieses Konzept eine Atmosphäre kreiert werden.

Der Kunde soll das Gefühl bekommen, im Hause Lacoste zu sein und nicht auf einer Fläche, die Lacoste verkauft! Anstelle von Stein- oder Holzböden wurde ein dämpfendes, graues Technopolymer – Textil verwendet, das dem Pique – Faden des klassischen Lacoste – Polos ähnelt. Die geschwungenen Wände der Schlange sind weiß mit eingebauten Display Einheiten und Umkleidekabinen. Farbliche Highlights in Orange-, Gelb- und Blautönen werden durch die indirekte Deckenbeleuchtung (Lichtband) erzeugt. Den Wanddisplays wird durch eine Neonbeleuchtung entlang des Bodens ein leichter, schwereloser Charakter verliehen. Mittels einiger Diaprojektoren werden Bilder auf eine Leinwand über den Wänden projeziert, die an die sportlichen Ursprünge Lacoste erinnern sollen.

Ein spezielles Beleuchtungssystem folgt dem Ansatz des Schlangensystems: nämlich, die weiche und fokussierende Atmosphäre des Ladengeschäfts zu unterstreichen.

Ein Ergebnis, das sehr modern und zeitlos ist. Ein wenig von den 50er Jahren gemischt mit zeitgenössischen Elementen und einem Touch des Schwunges der 30er Jahre in Frankreich. Es ist wie ein guter Wein. Man weiß, das er aus vielen einzelnen Geschmacksnoten besteht, die sich zu einem komplexen ganzen ergeben. Die Herausforderung besteht darin, diese Geschmacksnoten im einzelnen zu erkennen.